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Das große Dossier über gesunde Hufe

veröffentlicht: 2017-11-13

Wie das Futter die Hufqualität bestimmt Brüchige Hufe, schmerzende Sohlen, trockene Hufe,... Dies sind Probleme, mit denen viele Pferde „herumlaufen“, aber die Lösung liegt nicht immer auf der Hand. Wichtig ist, Hufprobleme richtig zu behandeln. Die Gesundheit der Hufe hat schließlich einen großen Einfluss auf die Lebensqualität und die Leistungen Ihres Pferdes. Aber wie können wir Hufprobleme lösen – oder noch besser: Wie können wir sie vermeiden?

Optimale Hufunterstützung

Qualität, Form und Stellung der Hufe sind größtenteils angeboren. Dennoch können wir die Hufqualität mit einem richtigen Stallmanagement und mit der Hilfe eines guten Hufschmieds sowie dem richtigen Futter unterstützen. Mit einer ausgewogenen Ernährung, die alle erforderlichen Bausteine für eine gute Hufqualität enthält, können viele Probleme vermieden werden. Unter einem richtigen Stallmanagement verstehen wir unter anderem ausreichend Bewegung. Bewegung regt den Hufmechanismus an und sorgt für eine gute Durchblutung im Huf. Auch Gewichtsmanagement ist wichtig: Übergewichtige Pferde belasten ihre Hufe viel stärker als Pferde mit einem gesunden Gewicht. Darüber hinaus ist Stallhygiene wichtig, um die Hufe gesund zu halten. Obwohl das Hufhorn der Einwirkung der meisten Substanzen sehr gut standhält, kann ein Übermaß an Ammoniak das Gewebe im Huf weicher und somit weniger robust machen. Ein Übermaß an Ammoniak entsteht in einem schmutzigen Stall, in dem in der Einstreu zu viel Urin zurückbleibt.

Ein regelmäßiges und richtiges Beschlagen oder Ausschneiden der Hufe verhindert, dass sie ausbrechen oder Risse entstehen. Zudem kann ein Hufschmied die natürlichen Schwachstellen des Hufs etwas verbessern, zum Beispiel indem er die Stellung leicht korrigiert oder zusätzliche Unterstützung bietet, wo dies nötig ist.

Der Einfluss des Futters auf die Hufe

Wir können jederzeit einen Einfluss auf die Hufqualität ausüben, weil Hufe ständig wachsen: im Schnitt rund einen Zentimeter pro Monat. Dieses Wachstum kann man nicht beschleunigen, indem man zum Beispiel ein Ergänzungsfutter verwendet. Man kann aber die Qualität des wachsenden Hufs stark verbessern, indem man ausgewogenes Futter anbietet und eventuell ein Ergänzungsfutter hinzufügt. Durch das langsame Wachstum des Hufs ist es allerdings wichtig, langfristig richtig zu füttern und notwendiges Ergänzungsfutter über einen größeren Zeitraum zu verwenden. Neben Proteinen und Energie spielen bestimmte Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren, Fettsäuren und Spurenelemente eine sehr wichtige Rolle für die Entwicklung des Hufs. Wenn ein Pferd Futter bekommt, das all diese wichtigen Nährstoffe in den richtigen Mengen enthält, ist ein Ergänzungsfutter gar nicht nötig. Bekommt ein Pferd hingegen nur kleine Mengen oder gar kein Qualitätsfutter, ist es wichtig, ein Ergänzungsfutter zu geben. Auch bei Hufproblemen können Ergänzungsfuttermittel nützlich sein.

Wichtige Nährstoffe für die Hufe

Ca. 90 % des Hufs bestehen aus Proteinen. Das wichtigste Protein im Huf ist Keratin, das aus verschiedenen Aminosäuren besteht. Es sind vor allem diese Bausteine, die einen großen Einfluss auf den Huf haben. Die wichtigsten Aminosäuren sind die schwefelhaltigen, wie Cystein und Methionin. Schwefel sorgt unter anderem für eine flexible Verbindung zwischen den Zellen im Hufhorn. Zudem handelt es sich dabei um essenzielle Aminosäuren, was bedeutet, dass sie nicht vom Körper selbst gebildet werden können und daher über das Futter zugeführt werden müssen. Darüber hinaus spielen auch sehr viele Vitamine eine wichtige Rolle, zum Beispiel Vitamin H, auch Biotin genannt. Ein Huf kann sich jedoch nicht mit Biotin allein entwickeln. Versuche zeigen, dass die Gabe von Biotin allein nicht zum gewünschten Ergebnis führt. Um eine klare Wirkung zu erzielen, müssen auch andere Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren zugeführt werden. Vitamin A ist zum Beispiel wichtig für die Entwicklung des Horngewebes. Ein Mangel wird mit der Entstehung von Kronrandentzündungen in Verbindung gebracht. Auch Vitamin E, D, K und verschiedene B-Vitamine spielen eine Rolle im Stoffwechsel und bei der Entwicklung des Hufs. Natürlich sind neben Vitaminen auch Mineralstoffe wichtig. Kupfer hat einen Einfluss auf die äußere Hufwand, ist zudem auch eine Komponente, die dabei hilft, die Zellmembranen der Hufzellen zu schützen und ist ein wichtiges Element bei der Bildung von Keratin. Zink unterstützt den Aufbau und die Regeneration von Gewebezellen im Huf und der Hufwandzellen. Zink hilft auch bei der Synthese von Keratin, dem wichtigsten Baustein des Hufs. Selen unterstützt den Schutz der Zellmembranen im Huf, ist aber ein Spurenelement, von dem zu große Mengen Hufprobleme verursachen können. Eine Überdosis Selen ist sogar gefährlich. Ein vorsichtiger Umgang mit der Beigabe von Selen ist daher wichtig. Zudem spielen auch Fettsäuren eine Rolle, sie bilden eine Barriere für Bakterien und Pilze und schützen so das Hufhorn. Darüber hinaus tragen sie auch zu mehr Elastizität bei. Fettsäuren findet man in Ölen und Fetten.

Es gibt also sehr viele verschiedene Nährstoffe, die einen Einfluss auf die Qualität der Hufe haben. Wichtig ist, dass die Ration des Pferdes all diese Nährstoffe in den richtigen Mengen und im richtigen Verhältnis enthält. Die Zugabe eines einzelnen Nährstoffs, zum Beispiel Biotin zu einer nicht ausgewogenen Ration, führt daher niemals zu einem optimalen Ergebnis.

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